Donnerstag, 19. Juni 2014

Stuntman unter Wasser - Release

Liebe Freunde,
ab dem 23.06. 2014 ist Gary Flanells erstes Buch "Stuntman unter Wasser" im Buchhandel erhältlich. Darauf einen Toast mit Frischkäse und Honig und ein Schlückchen Sekt zum Frühstück!
Live präsentiert wird diese Sammlung von Geschichten aus dem Kopf und dem Leben des Herrn Flanell zum ersten Mal am 26.06.2014 ab 21 Uhr im Franken, Oranienstraße 19, 10999 Berlin Mit dabei als musikalische Begleitung ist der großartige FREDDY FUDD PUCKER, a one-boy-band who plays a form of punk/folk/thrash. nachdem gelesen und gelacht und live musiziert wurde, wird der Herr Flanell noch ein paar heiße Scheiben auf die Plattenteller werfen.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Das Buch kommt raus, das Buch kommt raus

Yeah, my friends, after Renfield No. 28 was released at the end of may with an amazing party in berlin, another release in the Renfield-Universe is about to come Gary Flanell will release his very first book with short stories and poems. It is called "Stuntman unter Wasser" and will be published on June 23rd at Periplaneta publishing house. The very first presentation of "Stuntman unter Wasser" will be on June, 26th at Franken, Oranienstraße 19a, 10999 Berlin

Samstag, 17. Mai 2014

Next Renfield, next Party

Dear friends,

the next piece of the world's only Journal of Hotch&Potch&Rock'n'Roll is coming out soon.
On May, 30th, we have even three reasons to celebrate:

First: The Release of RENFIELD-ZINE No. 28, of course. featuring Interviews and Stories of Alex Gräbeldinger, Osekre & The Lucky Bastards, Tom Tom Magazine, The Brunettez, Guido Lucas, Ian Snowball and much more.

Second: There will be also a new release out on JOHN STEAM RECORDS: We are very proud to be the first to bring out OSEKRE & THE LUCKY BASTARDS smasher "WHY ARE YOU HERE" on a limited 7inch.

Third: The birthday of Renfield publisher Gary Flanell s just a few days ago. Good reason to celebrate his, ehm, 25th? 32nd? 56th? year on this planet. Good reason for a drink, I might say also.

Of course we have some really cool Live-Acts for this occasion - it might get loud:
WELS (Noiserock, Berlin) + GUNS'N'GÄNSEBLÜMCHEN Post-Rock, Post-Punk from Göttingen & Le Mans) + DJ-SETS by DC REVEREND (Soulcat, East India Fading Company) and SUN RA BULLOCK (X.A.Cute, Trixxxxter)

All this and more at the following date:
30.05.2014

at Trickster (you know where it is...)

Doors open: 9 o'clock in the evening


See you there,

Gary Flanell

Donnerstag, 24. April 2014

LESUNG LESUNG LESUNG - MAI MAI MAI

Liebe Freunde des gelesenen Wortes,
Es geht doch nichts über eine gute alte Befreiung. Sind ja fast immer gut solche Befreiungen. Und es gibt soviele. Befreiungen von Atemnot. Befreiung von der Zahlung von Krankenhauszuzahlungen. Befreiung von kneifenden Unterhosen. Befreiung von ganz viel Durst.
Im Mai feiern eine ganze Menge Menschen ihre Tage der Befreiung. Auch das finde ich gut. So gut, dass ich euch hiermit zu einer ganz befreienden Lesung einladen will. Eine Lesung von dem Grazer Ox-Schreiber und Subkulturaktivisten HC Roth (http://hcroth.blogsport.de) und RENFIELD-Schädel Gary Flanell im weltbesten Leseladen, den Berlin zu bieten hat. Glaubste nicht? Kannste aber glauben. Und hinkommen kannste auch.

Freitag, 7. März 2014

"Where can I get my new Renfield-Zine?" asked the girl with the moustache and the Antiseen-Shirt


Dear folks,
for the small part of terrestrial population that is not supplied with Renfield-Fanzine No. 27, I would like to announce that this amazing issue of your favourite Journal of Hotch&Potch&Rock'n'Roll is available directly at the Renfield publishing house (mail to renfield-fanzine@hotmail.de), but also at the following shops and mailorders in Germany:
Basic Sole, Oranienstrasse 195, 10999 Berlin-Kreuzberg
Core Tex, Oranienstr. 3, 10997 Berlin
Tante Guerilla,
Flight 13,
Kunstspäti, Schlesische Straße 19, 10997 Berlin
and
Sputnik Kino, Höfe am Südstern, Hasenheide 54,
Renfield No. 28 will be released on May, 30th, 2014, of course with lots of interviews, stories, columns and shitloads of interesting...things. So be surprised what you will get, but one thing is already for sure:
We will celebrate the next numer of Renfield again with a party and two amazing live bands:
1. Wels (call it Noise, call it Postpunk, whatever you want, it is from the Not-hip-anymore-town we live in. Berlin)
2. Guns'n'Gänseblümchen (a woman and a man, playing sweet and loud with nothing more than drums, guitars and a strange name. From Göttingen.)

Donnerstag, 7. November 2013

News for the next Renfield-Party! 2nd band confirmed!

Ladies and Gents!
Die Vorbereitungen für den Release des nächsten Renfield-Zines laufen auf Hochtouren und da freuen wir uns umso mehr, die zweite band des Abends bestätigen zu können. neben den großartigen Blanc aus Hannover, geben sie THE INSERTS, eine der quirligsten All-female-Punkrockbands berlins die Ehre im Trickster für den passenden SOund zu sorgen. Hinterher darf noch getanzt werden, wenn DJ DC Reverend ein paar dufte Scheiben auf den wohltemperierten Plattenteller wirft. Wann? 29.11.2013 ab 21 Uhr Wo: Oberbaumstr.11, Berlin-Kreuzberg

Montag, 29. Juli 2013

Alte Hemden zeigen, dass es uns noch gibt

So heiß! Da wissen wir alle, dass es keinen Sinn macht, sich zu bewegen. Nicht mal die Finger, die normalerweise über Tastaturen huschen und vermeintlich Sinnvolles eintippen.

Also hilft nur: Rumliegen und allerhöchstens die Gedanken in Schwung bringen - und wenn möglich nicht mal das!
Ich mache es trotzdem und denke daran, dass ich mich vor ungefähr 2 Jahren schweren Herzens von einem meiner Lieblings-T-Shirts aufgrund nicht mehr zu übersehender Auflösungserscheinungen trennen musste. Es war eines der wenigen gelben Shirts, die ich je besaß und natürlich - es war ein Band-Shirt. Die haben ja oft die Angewohnheit einen lange durchs Leben zu begleiten. Und selbst wenn die Mitmenschen um dich herum schon merken, dass dieses Laibchen an dir schon wie aus der Zeit gefallen wirkt, findest du immer noch, dass du damit immer noch topmodern aussiehst. Für den einen mag das sein Biohazard-Hoodie sein, den er 1994 auf dem Dynamo-Festival gekauft hat, und der bisher noch jeder neuen Waschmaschine getrotzt hat, die seitdem angeschafft wurde.
Bei anderen ist es vielleicht das Placebo-Top oder ein Shirt von den Get-Up-Kids der was von Refused, alles alte Hemden mittlerweile, nix neues und trotzdem denkt jeder Träger, dass er damit noch voll jung wirkt und im vollen popkulturellen bzw. subkulturellen Saft steht - selbst wenn der schon ganz woanders gezapft wird. Trägt man dieses in Ehren mitgeschleppte Baumwollgewebe (ihr seht, ich gebe mir Mühe, nicht immer den Begriff T-Shirt zu verwenden) dann auf irgendwelchen Festivals, darf man sich sicher sein, dass man auf die anwesenden jüngeren Herrschaften ungefähr den gleichen Eindruck macht, wie der Typ mit dem Pink-Floyd-Shirt, dem Zopf und der Halbglatze, den man als 16-jähriger Jungpunk früher auf seinem ersten Rheinkultur-Open-Air selber etwas befremdet bis amüsiert angeglotzt hat wie ein längst ausgestorbenes Tier oder auch: als vollkommen altmodisch und etwas peinlich bewertet hat.

Warum schreibe ich das alles? Weil ich vor zwei Jahren eins meiner Lieblings-Shirts aussortiert habe, um genau dieser Falle zu entgehen. Auf dem Shirt war vor in schönster Kleinkinder-Manier ein Pfefferstreuer gemalt in türkis-blauer Farbe. Hellbau auf gelb, das war für mich lange Zeit voll Punk, jedenfalls mehr als irgendwelche bierernsten Nietenkaiser in ihren ewig schwarzen Kutten und so. Das gelbe Ding war natürlich ein Bandshirt, es war von GRAF ZAHL, gekauft auf einem Konzert irgendwann in den 90ern in Siegen, wo sie ja auch herkommen. GRAF ZAHL fand ich nicht nur wegen ihrer hübschen Shirts gut, weil die immer so nett dilettantisch daneben waren, was man auch am Artwork der ersten LP "Der Gönner" feststellen konnte. Auch die Musik war angenehm anders, für mich mit einer der ersten Schritte weg von dem gleichtoenenden Punk/HC-Geboller, was sonst allerorten zu hören gab.

Die drei Männer, die sich nach einer Sesamstrassenfigur benamsten, wollten wohl extra dilettantisch und unfertig werden. Natürlich war das auch die Zeit, als alle Helge Schneider geil fanden und versucht haben, alle Nase lang so komisch wie er zu reden. Da passten die Grafen natürlich super rein mit ihren selbstgemalten knatschebunten Kritzelcovermännchen und diesem Schrammelsound, hinter dem sich irgendwo so gar nicht blöde Lyrics versteckten. Aber so ganz ernst wollte man sich wie wohl jeder Mitt-90er-Slacker dann doch nicht nehmen. Sollte es je eine Art Hymne für diese Zeit der Orientierungslosen in den Provinzstädten Westdeutschlands geben haben,dann war das wohl "Hurra die Ernsten kommen", dicht gefolgt von ihrer Krachvariation des PET SHOP BOYS-Hits "Boring".
So ein bisschen war GRAF ZAHL eine ruppigere, rauhere Variante von TOCOTRONIC, vielleicht so ähnlich angelegt wie DINOSAUR JR. mit deutschen Texten und vom Umfeld natürlich viel punkiger unterwegs, ohne sich je richtig als Punk zu definieren. Immerhin pflegte man gute Kontakte zu ähnlich gelagerten Verweigerern wie EA80, KICK JONESES oder KLOTSZ. Statt sich mit der ersten Platte (die im extra bedruckten Jutebeutel rauskam) gleich bei einem schicken Label zu bewerben, welches einem schlimmstenfalls so nach und nach die Kanten weggeschmirgelt hätte, hat man lieber so für sich rumgebusselt. Jahrelang. Oft mit langer Funkstille. Und während alle Welt jeden Quatsch aus der Hamburger Schule gut fand hörte, hörten nur ganz wenige die etwas sporadisch erscheinenden GRAF-ZAHL-Platten. Nach der ersten LP und ein paar EPs habe auch ich ihre Spur etwas verloren, die "Alles muss schwimmen"-CD habe ich sogar irgendwann in Leipzig im 2nd-Hand-Laden gefunden, die Spur war also mehr als dünn und irgendwie dachte ich lange Zeit, dass die Welt der Ernsten den Graf eventuell doch gefressen hätte.

So leicht war es aber dann doch nicht. Kurzum, sie haben überlebt. Irgendwie. Und jetzt, da ich selber wieder an so einer Lebensstelle bin, an der ich mich oft wie der orientierungslose junge Mann fühle, der ich vor 20 Jahren war, gibt es eine neue GRAF ZAHL-Platte. Kann das Zufall sein? Oder gibt es sowas wie Zufall gar nicht? Jedenfalls hat sich soviel nicht geändert bei Graf Zahl. Ob der Titel "Der Rückzug ins Private" sowas wie eine Drohung sein soll? Aber den haben sie gar nicht angetreten, waren aber möglicherweise oft davor in all den Jahren, wäre ja nicht so unwahrscheinlich. Schnell stellt sich beim Durchhören Erleichterung ein: Soviel hat sich gar nicht verändert. Die Schrammelgitarren sind immer noch da, J. Mascis würde das wohl lieben, eventuell haben GRAF ZAHL mittlerweile nur festgestellt, dass es doch nicht so ganz doof ist, wen man mal die Texte verstehen kann und deshalb versinkt der Gesang nicht komplett hinter diesen feinen Melodien, die da aus einer Gitarrenwand herausgemeißelt werden. Somit klingt GRAF ZAHL doch um einiges kompakter und klarer, stellenweise etwas strukturierter, was in all dem immer noch vorhandenen Gestus des Kauzigen aber sehr angenehm erscheint. Tja und sonst? Wird immer noch gesucht, gezweifelt und die eigene Verwirrtheit zum Ausdruck gebracht. Keine Ahnung, ob das irgendwelche Mitt-20er interessiert, die meiner Meinung nach wie bekloppt durch ihr Studium hechten und für sowas wie Selbstzweifel gar keine Zeit haben.

Alle, die allerdings spätestens 1995 ihre Musiksozialisation begonnen haben und sich bis heute nicht ganz im klaren sind, was sie so im Leben eigentlich anstellen wollen (und das obwohl sie mittlerweile Mitte 30 sind und es eigentlich wissen sollten, zumindest wenn es nach ihren Eltern geht), dürfen sich freuen, dass es immer noch eine Band gibt, die ähnliche Gedanken in Songs und Worte packen kann und die auch in ganz passablen Indie-Rock (was ein beschissenes Wort für so eine zeitlos gute und solide Platte, die übrigens nur als LP erscheint) packen kann. Unsicherheit und Zweifel sind eben doch kein Vorrecht einer unruhevollen Jugend. So richtig dick ins Geschäft werden GRAF ZAHL wohl nie mehr kommen, aber das war bestimmt auch nie das, was sie wollten. Und ob sie irgendwann mal ins Vorprogramm von Tocotronic oder KETTCAR kommen könnten, wohl auch. Eigentlich sind GRAF ZAHL wohl sowas wie die bandgewordene Verkörperung des alten Oscar-Wilde-Zitats mit dem Ehrgeiz und dem Versagern. Oder vielleicht auch nur die Slacker-Soundtrack-Lieferanten, die uns beruhigend bis in die Mitte unseres immer noch orientierungslosen Lebens begleitet haben. Auch wenn das bunte Kritzelcoverartwork einem viel würdigeren schlichten Stil gewichen ist. Kann ich nach dem Abschied von meinem einzigen knatschgelben Bandshirt gut nachvollziehen. (F) (http://www.grafzahl.co.uk)

Sonntag, 16. Juni 2013

I send no postcard

Bonjour! ist immer eine gute Moeglichkeit einen Text zu beginnen. Ich war lang nicht mehr hier. Das ist seltsam. Es fuehlt sich ungefaehr so an, als haette man mal wieder sein Zuhause betreten, das man vor Monaten fluchtartig verlassen hat. Man kennt das alles, alle Gegenstaende stehen immer noch am gleichen Platz, alles ist unberuehrt, schliesslich hat man ja alles selber so hinterlassen, wie es vor ein paar Monaten war. Nur den Staub, den sieht man hier nicht, da hinkt der Vergleich, im Netz gibt es keine digitale Milbenscheisse, die sich wie ein sanfter Flaum auf allem niederlegt, was sonst lange Zeit unberuehrt war. Wann wird der digitale Staub erfunden?
Ich will gar nicht lange erklaeren, warum ich solange nicht mehr hier war. Sagen wir es so: Ich war einfach nicht da. Es gab wichtigere Sachen, als hier immer wieder ein paar Rezensionen abzuwerfen. Und es GIBT immer noch wichtigere Sachen als das. Denn das Renfield ist ja nicht einfach ein Musikmagagazin und scheisse noch eins, diesen Satz, diesen Ansatz, um mir selber mal wieder den Sinn des Renfields klar zu amchen wollte ich doch fuers naechste Vorwort aufheben. Egal. Weiter, immer weiter.
Es ist Samstag, ich sitze an meinem kleinen, etwas der Sonne abgeneigten Arbeitsplatz. Das Fenster ist halboffen ("auf Kipp" wie man so sagt). Von unten aus dem Hof droehnt irgendeine nicht naeher zu bestimmende elektronische Musik herauf unter die sich Stimmen und Gelaechter mischen. Die Musik: elektronisch, sehr repetitiv, ein immer wiederkehrender Beat, dazu irgendwelche Soundflaechen, die mich an Galaxien, Raumschiffe und Drogen denken lassen. Insgesamt sehr fix und wachmachend. Wenig chillend. Und ein paar wenige Stimmen. Das alles zusammen ist das Hoffest unseres Hauses, das dort stattfindet, oder das, was um 20 Uhr noch davon uebrig ist. Auch ich war dort unten, habe mich allerdings nach dem Verzehr von etwas Grillgut zu einem Nickerchen aufgemacht. Das Hoffest wird uebrigens - was ich sehr schoen und nett finde - von unseren Vermietern veranstaltet. Gibt es viel zu selten sowas, warum machen das nicht oefters mal irgendwelche Hausbesitzer fuer ihre Mieter? Einmal im Jahr den Grill aufstellen und fuer alle ein bisschen Fleisch, Salat und Fladenbrot hinlegen kann ja so schwer nicht sein. Und wuerde wohl auch das Verhaeltnis zwischen Besitzer und Mietpartei in den meisten Faellen etwas bessern. Wahrscheinlich wuerden die meisten Vermieter sich auch zum ersten Mal bewusst werden, WER denn da ueberhaupt ihre Miete zahlt. Und ausserdem muessten bei den monatlichen Einnahmen wohl auch ein paar Wuerstchen fuer das Barbeque drinsitzen. Und mit Sicherheit auch die qualitativ hochwertigen aus dem Bioladen. Bevor ich mich jedoch in unseren huebschen gruenen Hinterhof begeben habe, war noch etwas anderes zu tun. Platten kaufen. Ist eine huebsche Beschaeftigung fuer den Samstagnachmittag, das wurde mir heute sehr bewusst. Besonders, weil der Plattenladen den Mark und ich aufgesucht haben, normalerweise nicht der ist, in dem ich meine Platten kaufe. Ok, ich gehe gern zu Bis aufs Messer, sehr gern ins Wowsville, mal auch ins Videodrom, auch wen das jetzt nicht mehr so heisst oder zu hhv, Static Shock, VoPo Records und was es noch so alles gibt. Selten treibe ich mich auf der Zossener und Bergmannstrasse rum, in diesem viel zu schicken Teil Kreuzbergs, wo sich am Samstag nachmittag die Touristen gegenseitig auf die Zehen treten (und wohl immer noch glauben, das sei jetzt "so Berlin"). Diesmal schon. In die SpaceHall hat es mich verschlagen und ich wusste nicht, was mich da erwartet. Ich gebe zu, einmal war ich schon da. Damals habe ich mir aber sehr zielbewusst die letzte LP von Scroobius Pip aushaendigen lassen, diesem britischen Wortakrobaten, der ein bisschen was von The Streets hat, und zum ersten Song das beste "Ich rasier mich mal eben, waehrend ich hier im Container sitze und euch was vorsinge"-Video. Weil ich damals nur diese Platte haben wollte, hat mich der Rest gar nicht interessiert, also bin ich gar nicht bis hinten durchgelatscht. Heute schon. Und habe glatt drei - oder waren es vier? - Stunden in diesem Ding verbracht. In diesen weitlaeufigen dunklen Raeumen, mit unheimlich vielen Platten und dieser sehr ruhigen Atmosphaere. Keine Ahnung, wie der Winter wird, aber wenn mir alles auf den Sack geht, dann denke ich, waere diese Art von Plattenladen der Ort, in dem ich die zu erwartenden Schnee- und Eiseskapaden verbringen koennte. Es ist ungefaehr so, wie in einem Fuchsbau. Oder in einer Baerenhoehle. Platz genug fuer lichtscheue einige Plattennerd/Kraemerseelen und genug Vinyl, das man durchhoeren kann, bis die Sonne sich mal wieder zeigt. Diesen Ort muss ich mir merken. Aber: Niemand von der Space Hall hat mich bezahlt, fuer diese Lobhudelei, die eigentlich auch keine sein sollte. Denn auch wenn der Laden aufgrund seienr Groesse zu empfehlen ist, sagt der Finanzminister in mir: ist aber auch n bischn teuer hier. Aber da ja Besuch in der Stadt ist und ich mir zu meinem Geburtstag eine Platte aussuchen darf, habe ich so ausdauernd in den muffigen Plattenkisten gewuehlt, wie lange nicht mehr. Und mit soviel Ruhe! Und festgestellt, dass Plattenlaeden mit ihren Vinyl-Klarsichthuellen immer noch diesen muffigen einzigartigen Plastegeruch haben, wie er schon vor 20 Jahren aus diesen Lokalitaten nicht wegzukriegen waren. Es hat natuerlich nicht lange gedauert, bis ein Stapel Platten unter meinem Arm zur Abhoerstation gewandert ist - Vorauswahl ist gut, muss ja sein. Habe - im Gegensatz zu frueher - keinen Bock mehr, Platten mal eben so zu kaufen, weil ich mal was interessantes ueber den Kuenstler gehoert habe. Oder mir das Cover gefaellt. Oder beides. Gibt es alles.
Was hatte ich also mit in den Re-Call genommen? Eine 2012er-Platte von Mark Lanegan, die Blues Funeral, eine von Ty Segall (auch von 2012), eine von Mrs.Magician, eine von Solex vs. Cristina Martinez und Jon Spencer, ein Billo-Uraltsampler namens Radio Tokyo Tapes Vol. 3, die Black Lightning-LP von den Bellrays und eine LP von Freakwater, die aber nur, weil ich es schoen finde, von denen mal eine andere zu sehen, als die wunderbare Endtime-Platte. Dann noch die LP von den Alabam Shakes, so Blues, R'n'B-Garage-Getudel. Und ein paar 7inches von den Computers, Mary Weiss und The Amazing Snakeheads (sah irgendwie gut aus, die Band kannte ich gar nicht). Alles konnte ich nicht mitnehmen, nicht ansatzweise, also musste gesiebt werden. Die Kriterien dafuer sind nicht so leicht zu beschreiben, halt, das was mir gefaellt und hoechstens 2 Platten, 7inches nicht mitgezaehlt, das war mein Ziel. Und eben das Geschenk.
Ok, ich verrate es sofort: Mark Lanegan ist nicht mitgekommen. War mir an diesem Samstag zu finster und zu traurig, was da aus dem Kopfhoerer kam. Aber bildhuebsch ist die Platte, mit diesen ganzen Rosen und in diesem dunklen grau-gruenen Vinyl. Das passt alles super zusammen, so gut, als ware es ein Musik gewordener unheimlich schoener, von Caspar David Friedrich gemalter Sumpf aus Melancholie, der dich an den Haarwurzeln packt und in die Tiefe zieht. Tiefe hat Lanegan allemal, viel davon, mir aber heute etwas zuviel, gerade mit diesen seltsamen Wummerbeats, die da immer auftauchen. Aber eine wunderbare Textzeile konnte ich nicht vergessen, zumindest sinngemaess: If tears were liquor, I would drink myself.

Die Alabama Shakes sind es auch nicht geworden: Waren aber nahe dran, denn eigentlich stehe ich auf so eine rauhe Soul/Blues/Gospel/Garagen-Suppe und diese Saengerin hat mich doch tatsaechlich an Amy Winehouse erinnert, aber irgendwie war das in diesem Moment dann doch nichts und erklaeren kann ich das nicht. Wie das so ist beim Plattenkauf: Manchmal gibt es diese Magie des Augenblicks und du nimmst eine Platte einfach mit und schon moeglicherweise am naechsten Tag weisst du schon nicht mehr, was an diesem Ding so geil war und dann wandert sie trotzdem zu all den anderen ins Regal und manchmal nach Jahren, Monaten oder Wochen blitzt diese eine alte Magie, die den Kauf entschieden hat, wieder auf und dann ist dir klar, dass du diese Platte nie verkaufen geschweige denn verschenken wirst. Aber erklaeren kannst du das natuerlich nicht.
And now... back to the Shakes, Alabama Shakes. Vielleicht habe ich zwischendurch mal was mit Uptempo erwartet. Wo die Snare einfach mal durchzieht. Sowas wie bei JC Brooks. Das machen die Alabama Shales aber nie. Die sind eher sowas fuer den Damenbesuch. Echt, ich habe diese Platte gehoert und mir vorgestellt, wie ich sie auflege, waehrend ich mit einer jungen Frau nach der "Willst du mit hochkommen, was trinken?"-Frage auf meiner Couch sitze. Dann kann man sowas auflegen. Das Licht gedaempft, dann so Kuschelrock, der aber nicht zu triefend oder kitschig rueber kommt. Der halt Seele hat. Und dann kann man dazu auch tanzen, ganz nah beieinander und die Haende wandern lassen und keinem von beiden ist irgendwas peinlich und reden muss man auch nicht mehr. Denn jedes Wort uebernehmen dann die Shakes. Da ich aber nicht in romantischer Stimmung war und auch schon ein bis zwei Platten fuer solch einen Anlass besitze, haben es die Shakes es auch nicht geschafft.
Aber wer dann? Keine von denen? Sind alle wieder zurueck in die guetigen Haende des Space-Hall-Verkaeufers mit dem wilden Haarschopf gewandert? Das ware natuerlich eine sehr schoene, antikonsumistische Wendung des Platteneinkaufsnachmittags. Als wuerde man im Klamottenladen 100te von Hosen und Hemden anziehen und am Ende merken, dass einem davon doch ueberhaupt nichts gefaellt. Mag vorkommen. Beim Klamottenkauf. Aber Platten wuehlen im Plattenladen OHNE eine einzige zu kaufen? Das schafft kein Plattensammler.
Im Endeffekt sind es dann drei Platten geworden,von denen ich sicher bin, das sie mein Plattenregal wirklich bereichern werden. Da ist zum einen die "Strange Heaven"-LP von Mrs. Magician. Hatte ich vorher scon mal gehoert, und war schon von den mp3 verzaubert. Habe aber irgendwie nicht mehr auf dem Schirm gehabt, was fuer ein geiler Kram das ist. Mrs.Magician ist keine Solosaengerin oder sowas, sondern eine Gruppe von Jungs, die eine wunderbare und unbeschwerte Mische aus Garage, Punk mit Twang-Gitarren und Irgendwas-mit-Beach-Boys-Gesang hinzaubern. Klingt wild, hat due richtigen unbeschwerten Melodien und ist extrem tanzbar. Alles. Jeder einzelne Song. Und das Coverartwork ist so wunderbar schwarz-weiss-schlicht, dass man es auch fuer eine Joy-Division-Platte haette hernehmen koennen.
Dann waeren da noch Ceremony. Der Name klingt nach Metal. Oder Irgendwas, was ganz boese sein will. Doom. Sowas. Aber nur der Titel. Waehrend ich mich beim Durchhoeren gerade in Mrs. Magician verliebe, stellt Marc mir die "Zoo"-LP hin. Ich schaue auf das Cover, das so gar nichts sagt. Da steht nur Bandname und Titel, ansonsten ein dunkler Hintergrund mit nem verwackelten Gesicht in sehr naher Nahaufnahme (as you can see). Schon huebsch an sich. Vielleicht wirklich so neumodisches Post-Metal-Doom-Gebrummsel, das besser als SUNNO))) sein will. Aber ich hoere rein. Und dann ist alles anders. Die sind gut, richtig gut. Denn sie sind sehr flott und machen eine huebsche Version von Punk und Rock (dit is aber keen Punkrock, do not verwechsel this!) und wieder ab und auch hier suppen leichte 60ies-Garagetupfer durch. Wunderbar. Hat sofort ueberzeugt (was gerade bei Punk/HC-Platten immer schwerer wird) und wurde sofort mitgenommen. Man soll halt doch nicht immer nach dem Namen gehen.
Letzten Endes war dann doch noch der Radio Tokyo Tapes Vol. 3-Sampler mit dabei, einfach weil die Besetzung so gut klang und die Idee eines
Samplers mit rein akustischer Besetzung doch ganz reizvoll ist. Ist wohl in einer Zeit rausgekommen, als nicht alle Compilations nur reine Werbezwecke hatten, sondern teilweise noch thematisch zusammengestellt wurden. RTT3 versammelte allerlei Punkmusiker aus Los Angeles, die ein paar Akustiksongs zum besten gaben. Und deshalb finde ich diesen Sampler so interessant, denn man sieht daran sehr schoen, wie das so ist, wenn Leute, die ihre Wut bisher nur in Krach verpackt haben, nun auch andere Klaenge anschlagen und neue Ideen ausloten. Mal sehen wer so dabei ist. Ist ja schon alles etwas her, denn RTT3 ist rausgekommen, als die Frueh-Punkband X schon als The Knitters ihre Counrywurzeln entdeckte, und die sehr gut und authentisch aufarbeitet, wie "Wild side of life" beweist. Tja und eine Platte, auf der Henry Rollins nicht singt, sondern eine fuer ihn typische Spoken-wird-Performanz ueber ein jazzig klingendes Gitarrengeklimper von Tom Troccoli (so ein Hippie aus dem STT-Umfeld, der auch bei Bands wie Nig-Heist dabei war. Also eher schraeg) legt, kriegt man ja auch nicht mehr sooft. Die Songwriterin Phranc war und ist im Umfeld der Knitters bzw. X zu verorten und schuettelt wunderschoene Folksongs ganz locker aus der Hand. Und wenn neben Rolins auch die Minutemen sich an die unverstaerkten Instrumente setzen, dann kann man eigentlich nichts falsch machen. Ist auch fast einer der besten Songs. Und das sind nur die bekanntesten, auf dieser kleinen subkulturellen Musikgeschichtsstunde. Vielleicht kennt ja der ein oder andere noch Chris D. von den Flesheaters, Drew Steele von den Surf Punks, Kerry Mcbride oder Carmaig de Forrest. Oder auch nicht. Und falls dem so ist, wird die Welt auch nicht schlechter, aber es koennte sein, dass ihr da was verpasst. Unterhaltung oder Inspiration. Eins von beiden.
Das war es. Drei LPs habe ich also mitgenommen. Eine mehr als ich wollte. Achja und zwei 7inches, aber die zaehlen ja nie so richtig, ich erzaehls trotzdem: Die "Stop and think it over"-Single von Mary Weiss. Kennst du nicht? Mary Weiss
war die Saengerin von den Shangri-Las, dieser Girl-group, die mit "Leader of the pack" in den 60ern alles richtig gemacht haben. Kurz nachgeschaut: Mary Weiss ist jetzt irgendwo in ihren 60ern, was sie aber nicht abhaelt, weiterhin wunderbare kernig aufgenommene Garage-Pop-Platten rauszubringen. "Stop and think it over" ist schon ein huebsches tanzbares Ding geworden und dazu noch auf Norton rausgekommen, da passt ja wirklich alles zusammen. Dazu koennten die Leute gut tanzen bei der Auflegerei, denke ich so, waehrend ich mein Kaugummi unter die Kante der Abhoerstation schmiere und deshalb musste die mit. Aehnliches ging mir bei den Amazing Snakeheads durch den Kopf, so ein beklopptes Trio aus Glasgow. Auch sehr krachig, sehr bluesig und mit viel total irrem Geschrei. Koennte zum hektischen Abzappeln gut passen, direkt nachdem man was von der neuen Guitar Wolf-Platte aufgelegt hat. We'll see.

P.S.: Die Freakwater-Platte hat es auch nicht geschafft. Hab sie mir - genau wie die Ty Segall - nicht mal angehoert. War ja noch eingeschweisst. Und die Solex vs. C. Martinez & J. Spencer heb ich mir fuer den Winterbesuch auf.

Samstag, 2. Februar 2013

Ella & Gary - first time in 2013!


Yeah, believe it or not - but the most minimalistic Coverband in town hits the stage once again! Ella and Gary used these dark and long winter nights to indent their set and would like to welcome everybody coming around to Neukoelln at the Zatopek on February, the 15th. Of course you will enjoy Ellas heavenly voice. And of course there will be the amazing sounds of Garys wonderful turquoise Cort-Guitar (by the way, the only female he lives together with for decades now). There will be of course songs about cats and romantic scavenger hunts and covers of songs, Ella and Gary both appreciate. But there will be also some amazing news regarding to the sound of these both. Be prepared and be surprised, what will happen at the 15th of February at The Zatopek Bar (http://zatopek-berlin.de/) in Neukoelln, right to S-Bahn station Sonnenallee! In case you do not know anything about the Sound of Ella Chord & Gary Flanell - check it out here: https://soundcloud.com/gary-flanell

Sonntag, 28. Oktober 2012

Hi Martha! - Martha High - Soul Overdue

Natuerlich war James Brown die coolste unter all den coolen Soultypen. Aber was waere der Soul Brother No. One gewesen, wenn er nicht immer eine ganze Schar von faehigen Background- saengerinnen mit dabei gehabt haette, die ihn aufs Beste unterstuetzt haetten?
Zumindest kann man sagen, dass Mr. Brown wusste, was er tat, als er 1964 die Girlgroup The Jewels mitsamt der jungen Martha Harvin mit auf Tour nahm - (und kann sich auch mal fragen, wie er sich wohl so als Juror in einer dieser unglaublichen Castingshows geschlagen haette - was ein Szenario: der Godfather of Soul, Dieter Bohlen und Thomas Gottschalk heben und senken die Daumen ueber all den seltsamen Gestalten, die sich da hintrauen) - woraus dann eine ueber 30 Jahre waehrende Zusammenarbeit von Martha High und James Brown entstand. Standing in the shadow of James moechte ich da leise summen und vielleicht war es auch so.
Da ist es natuerlich nicht ganz einfach, denkt sich der Skeptiker, sich nach so langer Zeit als eigenstaendiger Kuenstler zu beweisen. Allerdings macht die "Funky Diva" High nicht den Eindruck, als haette sie unter dieser "Buerde" gelitten - Soul Overdue klingt knackig und so zeitgemaess flott, wie man es sich wuenschen kann, und natuerlich weiss Martha auch, wie man echte Soulklassiker interpretiert. Denn wenn man genau hinsieht, stellt man schnell fest, dass ein Grossteil der Songs eben das sind - Ob die Originale jetzt von ebenjenem James Brown (No more heartaches), Aretha Franklin (Save Me) oder Curtis Mayfield (Save me) stammen. Nach drei Jahrzehnten Musikbusiness weiss Mrs. High natuerlich wie man diese Songs intoniert und eine Backingband wie das britische Expertenteam Speedometer weiss auch, wie man eine Soulqueen, die stimmlich immer noch auf der Hoehe ist, mit dem richtigen Groove begleitet. Also: so richtig ueberfaellig ist hier nichts, sondern alles verdammt richtig - Wirklich alles? Naja, ob es wirklich noch eine Coverversion von "Sunny" gebraucht haette, sei dahin gestellt, aber selbst darueber kann man hinwegsehen. Einen ganzen Batzen Soulhits nochmal in glasklarer, aber nicht seelenloser Produktion vorliegen zu haben, wiegt aber alles auf und sollte allen, die Sharon Jones fuer die einzige Soul-Regentin halten, als Empfehlung und Anregung dienen. (E) (Freestyle Records, www.freestylerecords.co.uk, www.myspace.com/missmarthahigh)

Samstag, 20. Oktober 2012

HA! HA! HA! XAXAXA!

Was fuer eine Freitagnacht - Und ich habe sie komplett miterlebt. Der Anlass war allerdings weniger erfreulich, denn da das geliebte Soulcat bald fuer immer seine Pforten schliesst, wird an diesem Wochenende zum letzten Mal gefeiert. Grund genug also, einen Augenblick mal etwas melancholisch zu werden und ein Traenchen verhuscht in meinen graugesichigen Milchkaffee tropfen zu lassen.
Aber auch fuer solche Tage (diese Tage, an denen man um 6 ins Bett wankt und um 15 Uhr langsam ein improvisiertes Fruehstuck aus drei glibberigen Spiegeleiern in sich reinschlingt. Am besten Spiegeleier, die in der gleichen Pfanne angebraten wurde, in der man gestern abend noch ein koestliches Gemisch aus Tomate, Huehnchen, Mais, Knoblauch angebraten hat, denn dann koennen die Spiegeleier noch gleich das verbleibende Aroma der letzten Mahlzeit voll in sich aufsaugen - sehr huebsch!) gibt es die passende Musik. Gluecklicherweise lag vor kurzem ein Packerl von Moonlee Records im Briefkasten. Hatte aber bis gestern noch nicht die Ruhe (wuerde gern Musse sagen, aber auf einer amerikanischen Tastatur ohne S-Zett sieht Musse entweder aus wie eine Muse - oder einfach Scheisse. Obwohl... so koennte es gehen: Musze halt), da mal ordentlich reinzuhoeren, aber heute war der richtige Tag dafuer.
Bei Moonlee-Releases geht eigentlich nie was schief, richtigen Mist hat das Label aus Slowenien eigentlich noch nie rausgebracht: ANALENA, BERNAYS PPROPAGANDA, sowas sind schon sehr gute Bands, sehr unterschiedlich, aber gerade das mag ich ja schon gern. Jetzt kommen also XAXAXA, Nebenprojekt von eben jenen BERNAYS PROPAGANDA aus Mazedonien, mit ihrer "Siromasni i bogati"-CD um die Ecke. Bin gespannt, ob das auch so in diese sehr rhythmische GANG-OF-FOUR/GOSSIP-Ecke geht. Faende ich irgendwie doof und zum Glueck ist es auch nicht so - Mann hab ich ein Glueck. Denn XAXAXA (das, by the way, kyrillisch geschrieben ist und somit eher wie ein gefauchtes HAHAHA ausgesprochen wird) sind auf ganz anderen Pfaden unterwegs. Eher auf jenen, die schon die WIPERS, LEATHERFACE oder HUESKER DUE beschritten haben. Wunderbar melancholischer Punk, meist im Mid-Tempo, fliegt mir hier um die Ohren, schoen abwechslungsreich und etwas latent CURE-maessiges ist irgendwie auch noch mit drin, vielleicht ist es der Gesang. Voll Emo denke ich, waehrend draussen ein paar Blaetter vom Baum purzeln, aber diese Art von Emo, die man mit der Silbe -CORE versehen muss und aus der Dischord-Ecke der End-80er kennt, um nicht in doofe Verwechslungen mit dem Mist zu geraten, der heute unter diesem Etikett vermarktet wird. Bei soviel seelenvoller, zerissener Huebschness faellt mir auch gar nicht weiter auf, dass ich kein einziges Wort von den mazedonischen Lyrics verstehe, aber da reicht schon der Ausdruck in der Stimme, um zu wissen, dass das hier richtig gut ist. Wunderbar! (D) (www.moonleerecords.com, xaxaxa.bandcamp.com)

Sonntag, 7. Oktober 2012

Destiny's new children

Sonntagnachmittag, halb vier. Der erste Kaffee kämpft gegen den letzten Cuba Libre von heute Nacht und scheint zu gewinnen. Draußen trölen die Herbststürme und haben ein bisschen jahreszeituntypische Musik ins Haus geweht, zufälligerweise zweimal was, das grob in Richtung Ska geht und gleichzeitig zweimal was von Destiny, die ja gar nicht weit von hier ihr Hauptquartier haben.

The Beatdown – Walkin’ proud
Garage Ska – gibt’s das? Und falls ja, was darf man sich darunter vorstellen? Vielleicht sowas, wie es diese Kanadier in zwei Tagen aufgenommen haben: Ska mit einem wirklich rauen Sound, wie man ihn irgendwann im Jahr 1964 oder so mit den neuesten Bandgeräten der Zeit nicht besser hinbekommen hätte. Die Snare knallt wie eine Peitsche, der Bass blubbert und die Gitarren sind so wunderbar schrill wie bei Sonics unterm Sofa. Aber dass das alles so schön "nicht schön" klingt und einen gewissen Rausch-Charme hat, ist bestimmt beabsichtigt, jede Wette. Bevor ich jetzt mit mir selber eine unsinnige und zeitraubende Diskussion anfange, wie vintage man denn sein und seine Retrospielchen treiben darf, will ich noch feststellen, dass ja nicht nur der Sound hier die Musik macht, denn auch Songs schreiben können The Beatdown. Natürlich klingt hier der old school Ska der 60er-Jahre durch, aber so ganz sind 50 Jahre Musikgeschichte dann doch nicht an ihnen vorbeigegangen. Man flirtet mit Surf und Rocksteady und das Songwriting an sich ist auch gar nicht so übel. Mein Favorit ist das etwas melancholisch rüberkommende „On the other side“ mit dieser wunderbaren Surfgitarre mittendrin – hat schon fast was von den Mad Caddies, Slackers oder Aggrolites in Lo-Fi. Also: Schön knarzig, das Ganze und doch nicht zu angestrengt auf dem Retrotrip unterwegs. Find ich gut. (G) (Destiny, www.myspace.com/jointhebeatdown)

The Offenders – Lucky enough to live
Weiter im Text. Muss ja zugeben, dass das ganze Red-Skin-Ding nie so meins war. Ist wie bei Rehen auf der Wiese: Von weitem beobachtet ist alles schoen und ich finde gut, dass es sie gibt, aber näher rangekommen bin ich nie so recht. Dabei ist die Musik ja oft nie so übel. Die Offenders aus Italien sind in diesem Revier schon länger eine Größe, was man ja auch immer ganz gut an dem Trojan-Logo erkennen kann (wenn man es denn kennt - da wäre vielleicht mal eine kleine Lehrstunde in Ikonographie fällig) und so richtig üble Platten haben sie bisher nicht abgeliefert, die meisten waren sogar abwechslungsreicher als ich es von irgendwelchen Skincombos erwartet hätte. So verhält es sich auch bei der Platte mit der lebensfrohen Musik und dem dazu total im Gegensatz stehenden Cover. Was ich den Herren hoch anrechne ist ihre Offenheit gegenüber anderen Stilen. Über 13 Songs sich in ein gleichförmiges Ska-Geschunkel reinzusegeln ist nicht ihr Ding, deswegen ist es umso erfreulicher, dass viele der Songs auch ganz wunderbare Pop-, Beat- und eben auch Punkeinflüsse drin haben. So fühl ich mich teilweise an The Jam, aber manchmal auch an The Clash oder gar die Blues Brothers erinnert. Jetzt sollte noch ein findiger Booker die Offenders mit Bobby Sixkiller auf Tour schicken, dann wär alles töfte. (H) (Destiny, http://theoffenders.eu)

Sonntag, 30. September 2012

New Reviews

Moloko Plus No. 43, September 2011
Ja, Schande ueber mein Haupt, mistkuebelweise. Dafuer, dass das MP jetzt fast schon ein Jahr durch meine Wohnung geistert und ich es nicht hinbekommen habe, ein paar Zeilen dazu zu schreiben. Andererseits hat es dabei auch den guten Drei-Zimmer-Weg genommen, den alle guten Zines in dieser Wohnung nehmen, wenn sie ausfuehrlich und intensiv gelesen werden. Der Drei-Zimmer-Weg geht so: Erst fuer geraume Zeit in mein Schlafgemach, wo es als Bettlektuere dient. Dann nach ein paar Wochen nehme ich es wie zufaellig mit ins Bad, als Toilettenlektuere, wo es dann abermals einige Zeit verbringt. Als letzte Station wird es dann – wahrscheinlich nach einer guten Morgentoilette – mit in die Kueche genommen, und zwar weil ich einen Artikel – vielleicht die traurige, aber doch packende Story ueber den Essener Fussballer und Bankraeuber Willi Kraus (So eine tragische Ruhrpottlegende. Macht ihr dann bitte in 20 Jahren auch eine Story ueber Breno von Bayern?) oder die Interviews mit HARDTIMES-Saenger Philippe Wagner, den RADIO DEAD ONES, YOUTH BRIGADE, Pierpaolo vom italienischen Punkrock-Goldgraeber-Label Rave Up Records oder das huebsche Feature ueber Upton Sinclairs Buch „Der Dschungel“ - nochmal genauer lesen will. Es gibt also genug in diesem Heft zu entdecken, von Kolumnen und Rezis will ich gar nicht reden, und alles tief im Streetpunk/Working-Class-Milieu verwurzelt. Aber schon cool, dass die Molokomacher, ausgehend von ihrer Vorliebe fuer Streetpunk, obskuren Punkrock und Fussball, immer noch neue Ideen aus ihren – wahrscheinlich adaequat rasierten Koepfen – graben. (Moloko Plus, Feldstr. 10, 46286 Dorsten, http://www.moloko-plus.de)

Demokhratia/ Mondo Gecko – Split LP
Waere ich nicht vor ein paar Wochen ueberredet worden, mal wieder auf ein Konzert in die Koepi zu latschen, dann waere wohl auch diese wunderbare Platte an mir vorbeigegangen. Denn dort haben Demokhratia gespielt und moeglicherweise war es das erste Mal, dass somit eine Hardcoreband aus Algerien in der Koepi auf der Buehne stand. Im Renfield gibt es seit je her ein Faible fuer, na, sagen wir mal obskure Bands, die aber allemal unterstuetzenswert sind, von daher hat diese Split schon fast allein ein paar Bonuspunkte sicher. Noch interessanter ist allerdings die Tatsache, dass MONDO GECKO, die Band auf der B-Seite aus Israel kommt. Vielleicht ist sowas erst durch den arabischen Fruehling moeglich geworden, aber dass mal eine israelische Band zusammen mit einer arabischen kooperiert, ist schon an sich grossartig. Abgesehen von diesen formalen Wunderwerk gibt’s natuerlich auch Musik. DEMOKHRATIA spielen die Art von Hardcore-Punk, wie man ihn nun mal in besetzten Haeusern gern hoert, schnell, vielleicht nicht extrem abwechslungsreich, aber huebsch wuetend. Fuer MONDO GECKO ist das lang nicht die erste Platte, deshalb gehen sie etwas ausgefuchster, aber nicht weniger verrueckt vor. Ist mordsschnell, manchmal fast schon fast chaotisch und mit soviel Ideen ausgestattet, dass andere Bands daraus gut 2 Platten machen koennten. (G) (u.a. von Darbouka Rec., Kawaii Rec, Fraction Production u.a.)

Punkappella – NewYork ultra underground Star
Grosse Vermutung: Moeglicherweise hat Punk manchmal doch noch mehr mit Experiment und Kunst zu tun, als mit dem Klischee von lauten Gitarren und halbwegs wilden Modeaccesoires. Zu dieser Vermutung komme ich an diesem verregneten Samstagnachmittag durch die Single von Punkappella. Was das genau fuer ein Projekt ist, kann ich nicht genau sagen, es scheint jedoch eine Art von Kooperation zwischen slowenischen und amerikanischen Undergroundkuenstlern zu sein. Die Slowenen kommen aus dem Umfeld der Uralt-Punkband CZD, aufgenommen wurde das ganze bereits 1995. Nueja sagt der Kaffeetrinker, es ist schon geil, was alles so auf Vinyl gepresst wird. Denn was der Bandname verspricht, haelt die Musik, die naemlich ausschliesslich a cappella intoniert wird. Stell dir vor, die minimalistischen Lyrics der Ramones wuerden als Gedicht in vertont. Da kann mann doch als Beispiel mal den kompletten Text von „Angry“ zitieren: „You are angry. So angry. Why are you so angry?“ Peng, das war's. Als Text fuer eine Punkband ebenso kompatibel wie fuer ein gutes Dada-Kunstprojekt mit aehnlicher Denke. Fuer die kurze Verwirrung am Abend schon geil, allerdings fuer viele bestimmt auch schlicht Kunstkacke. (L) (Front Rock Records)

Equal Minds Theory – same
Der Anfang ist schon mal grossartig, weil er wie eine moderne Interpretation von Black Sabbath' Intro des gleichnamigen Songs klingt. Danach gibt’s das volle Brett, naemliches aus Hardcore, schnellem Metal und einigen interessanten Elektroeffekten und gewitzt schraegen Breaks zusammengezimmert wurde. Also darf man das ruhig wohl Metalcore nennen, der artworkmaessig zum Glueck ohne Totenkopfschnickschnack auskommt und jedem Fuze-Leser mit CONVERGE oder DILLINGER ESCAPE PLAN-Shirt ans Herz legen. Fuer mich zarte Seele ist das nur in ausgewaehlten Stunden des Zwielichts was, dann allerdings so richtig. Und wie schon Franz Beckenbauer sagt: Spielen koennen's, die Jungs. In diesem Fall uebrigens russische Jungs aus Moskau, die aber auch ohne den sogenannten Exotenbonus ueberzeugen. (J) (http://equalmindstheory.bandcamp.com)

Montag, 27. August 2012

RENFIELD No. 25 RELEASEPARTY!

Hey Folks, yes, it's been a long and entertaining summer and it is not at its end so far. You know we have announced the 25th anniversary number of the Renfield-Zine (wiht a limited extra DVD) for a long time, and now it becomes reality. So take out your calendar and make a big note at the 15th of September
That is when we will celebrate the 25th issue of your favourite Fachorgan fuer Krims&Krams&Rock'n'Roll! Of course we have a pile of great bands that will give everything at this very certain evening:
1. CAT'N'GUYEN: No, it is not just a HipHop Duo with a guy on bass and a really smart female singer, it is much more as you will experience. Imagine Melt Banana recording a HipHop-Album in an old Berlin squat. So just call it as the band does: SHINYHIPHOPDEATHFUCK http://www.ynfnd.com/artist/catnguyen/
2. DANGERBOY: Right from Essen in the westgerman post-industrial zone of the Ruhrgebiet hails this amazing 3-man/woman-Ooutift, which brought with their LP "MONOPOL" one of the best NDW/Wave records in a real good 80ies style in 2012 so far. www.dangerboy.de
3. DIVING FOR SUNKEN TREASURES: You might know these guys. If you spend your sunday afternoon at the Fleamarket of the Mauerpark, for sure you will have seen this unbelievable good Gipsy punks, that can turn a whole area into a total crazy dancing within a five minutes with their Standupbass/kid drums/Guitar-outfit. http://www.divingforsunkentreasure.com/
After Live comes more music, in our case with these experienced great DJs:
Niki Matita (SubCult, Zentrale Randlage)
DC Reverend (East India fading Company)
Ben Bazooka (Renfield-Zine, Pankerknacker-Zine)
RENFIELD No. 25 Releaseparty 15.09.2012 9 o'clock p.m. at CORTINA BOB, WIENER STR. 34, 10999 Berlin

Montag, 11. Juni 2012

Tara, oh Tara

Tara Pryia - Rollin' Man soll den Menschen ja nichts Schlechtes wünschen. Selbst, wenn man davon ausgeht, dass eine beschissene Stimmung, Weltschmerz, Liebeskummer, Selbstzweifel oder ähnliche mentale Sumpflöcher die ganz speziellen magischen Zutaten sind, um aus einem ganz guten Popsong etwas Magisches zu machen. Songs für die Ewigkeit mit etwas, das wir hier mal SOUL nennen können. Ich wünsche natürlich auch Tara Priya nichts Schlechtes, und definitiv keine persönlichen Tragödien, dafür sieht sie einfach viel zu gut aus, wie sie da so mit wuscheligen Haaren und großen braunen Augen vom Cover ihrer CD runterschaut. Und da liegt irgendwie das Problem dieser atemberaubend hübschen Kalifornierin, die dich allein mit den Fotos auf ihrer 6-Song-EP schon zum Kleenex greifen lässt: Denn mit ihrem wunderbaren 60ies-Retro-Soul-Pop wird es Tara bestimmt weit bringen, alle werden sie dafür lieben, die Türen zu den ganz großen Stadien müssen einfach offen stehen! Passt ja auch gerade ganz gut in eine Zeit, wo Soul in diversen Spielarten abgefeiert wird wie selbstgerollte Buletten. Da ist natürlich der Vergleich zu Amy Winehouse nicht weit. Womit wir beim Punkt wären. Denn wo mir das komplette "Back to Black"-Album auch nach sechs Jahren einen Schauer auf den Rücken zaubert, bleibt derselbe Effekt bei den Songs der süßen Tara aus und vielleicht liegt das an der ganzen Tragik von Miss Winehouse, die so viel mehr Herzblut in ihre Stimme setzen konnte. Klar, natürlich kannst du wunderbare Soulsongs schreiben und singen (wie Tara), wunderbar aussehen (yeah, wie Tara, verdammt), nen geilen Uniabschluss haben (wie Tara), aber das allein macht dich noch nicht zu einer Diva, die sich durch ihre Stimme in den Pop-Olymp schießt. Schlechte Tattoos, ein massives Drogenproblem, eine gewisse, nicht ganz rationell erklärbare dunkle Aura und ein vermasseltes Rockstarleben könnten da schon helfen. Aber wie gesagt, man soll ja niemandem was schlechtes wünschen (schon gar nicht mit dem Ziel, mal ein legendärer Popstar zu werden). Erst recht nicht einer bezaubernden Soulfee wie Tara Priya. (H) (Rockhit Records, www.rockhit.de, www.tarapriya.com)

Sonntag, 10. Juni 2012

Coogans Bluff - Poncho Express

Was passiert eigentlich, wenn das Horrorszenario wirklich wahr werden würde und Til Schweiger sich mit seiner Forderung als neuer Kommissar duchsetzt, das alte Tatort-Intro zu ersetzen? Gut, für Klaus Doldinger wär's blöd, nach über 30 Jahren auf regelmäßige Tantiemen verzichten zu müssen, aber es wäre die Chance für COOGANS BLUFF. Denn falls sich irgendein Tatort-Verantwortlicher nach einer etwas moderneren, knackigen Soundtrackversion sehnt, dann ist er bei den Rostockern an der richtigen Stelle. Wenn sich eine Band schon nach einem alten Krimi mit Clint Eastwood in der Hauptrolle benennt (den ich übrigens gestern im halbtrunkenen Zustand nachts um drei zufällig auf irgendeinem Minisender aufgetan habe), kann man schon ungefähr auf die Musik schließen, die hier gespielt wird. Der Film ist übrigens von 1968 Clint gerät auf der Suche nach einem Gangster, als totales Landei nach New York und findet das alles etwas seltsam. Das gute alte Lied vom Kulturkampf zwischen dem Landei und der Symphonie der Großstadt. Und das alles von 1968! Baby, da war der Sommer der Liebe gerade voll im Gange, ganze Länder haben den Zauber von Jimi Hendrix entdeckt und dazu selig ein Kind nach dem anderen gezeugt. Ok, da war vieles nach ein paar Jahren auch ziemlich schnarchig, Punk hat ja nicht umsonst irgendwann damit aufgeräumt, aber Coogans Bluff haben sich defintiv von dem guten Scheiß dieser Zeit beeinflussen lassen. Von schwitzigem Blues, Rock'n'Roll und seligem Kraut - wir könnten es auch Hippiescheiß nennen - aber wie gesagt von der guten Sorte. Allein der erste Song - "Beefheart" (natürlich als Reminiszenz an den guten alten Captain zu verstehen) hat mit seinem groovy-groovy-groovy Groove, den Bläsersätzen und dem darüber liegenden krächzigen Gebrabbel - das irgendwo zwischen Screamin' Ja Hawkins und Tom Waits liegt - allerbeste Entertainmentqualitäten. Und so geht's knackeheiß weiter, zwar nur durch sechs Songs, aber wenn die bis zu 10 Minuten lang sein, darf man a) nicht meckern und b) auch damit rechnen, dass genug Zeit ist, um einfach mal wild draufloszujammen. Auf Platte wird immerhin soviel Form bewahrt, dass man als Hörer noch hinterher kommt. Zwischendurch platzt dann mit "You and me" noch ein dermassen geiler Up-Tempo-Smasher aus Garage-Punkladen rein, das ich mich frage, ob die Nomads den vielleicht irgendwo auf der Straße haben liegen lassen. Musikalisch sind C.B. bisher unerklärlicherweise komplett an mir vorbeigegangen. Da musste wohl erst dieser Pony Express nach Kreuzberg kommen, um das zu ändern und ich muss mich ernsthaft fragen, was da vorher in meinem Plattenkastl los war, denn der PONCHO EXPRESS ist heiß! Je länger ich mir das alles anhöre, desto mehr muss ich manchmal an eine Band wie die lang vergessenen BOTTOM 12 mit etwas Kraut drüber denken, die sich auch nicht zu schade waren, über ihre Gitarrenriffs Saxophone und Trompeten erklingen zu lassen. Gut, dem ein der anderen mag das etwas zu muckermäßig sein, aber davon lass ich mich nicht abschrecken. Trage mittlerweile eh nen Bart, und versüße mir den Sommer mit verstaubten Prog-Rock-Scheiben aus Polen, da darf auch eine zeitgemäße Rockversion in Gestalt von COOGANS BLuff sein. Und so ein bißchen Hippiefeeling könnten wir alle mal wieder vertragen, n'est pas?. Auch ohne Opas CCR-Platten rauskramen zu müssen. Dann lieber COOGANS BLUFF, denn die sind so wie sie sind, einfach und ehrlich. Fehlt nur noch der Sommer der Liebe. (C) (Nois-o-lution, www.coogansbluff.de)

Samstag, 5. Mai 2012

Whores! Everywhere!

Oh, die sind pissig! Sollte dem Begriff der Nutte irgendwelche positiven Assoziationen zugeordnet werden, dem Trio aus Atlanta sind sie wohl unbekannt. Alles, was man jeglicher Art von Prostitution dagegen mit Hass, Wut, Selbstekel, Erniedrigung und Abneigung verbindet, wohl dagegen sehr wohl. Dementsprechend derb geht's auch auf der Ruiner-EP zu. 5 Songs gibt's, macht 5 Songs, in denen sich zähe Noiseriffs über einen langsamen Schlagzeug-Groove schleppen. Natürlich lassen da diejenigen grüßen, die schon früher ihren Unmut in schleppenden Krach umgewandelt haben. Es könnte also gut sein, dass sich dieses Trio durch den gesamten Amphetamine Reptile-Backkatalog gehört hat und weil das nicht gereicht hat, auch noch was von Helmet dazwischen geschoben hat. Als FILTER quasi. Jedenfalls blubbert hier der Bass, die Gitarre sägt sich durch hübsche Riffs darüber und auch der Schreihals ist so geil angepisst, wie es nicht passender sein könnte. Da ist soviel ungeschminkte, direkte Abkotzerei ohne große Metalcore-ich-bin-so-böse-Posen drin, dass man den dreien ihre Wut für bare Münze glatt abkauft. Vielleicht ist das so, weil hier gerade auf den Schnick-Schnack verzichtet wird, auf irgendwelcher subtilen Anspielungen oder irgendwelche halblustige Formen von Ironie. Und weil Punk ja schon lange viel zu nett ist, Metal auch nur bei den üblichen Verdächtigen für Provokation sorgt, darf es auch mal eine Mische aus allem sein. Ok, das Cover mit der Wumme ist dann vielleicht doch etwas klischeehaft, aber ansonsten hat der geneigte Hörer es hier mit einer geil angepissten EP für den Amoklauf im Kopf zu tun. Genau das richtige, wenn einem nach einem Arbeitstag auf dem Heimweg alle Mitfahrenden wieder mal fürchterlich auf die Nerven steigen. Wäre auch der richtige Soundtrack für ein Remake von Michael Douglas` Amoklauf-Klassikers "Falling Down". Was für Nutten! (E) (Stressed Sumo Records, www.stressedsumorecords.co.uk)

Sonntag, 22. April 2012

THE INSPECTOR CLUZO - The 2 Mousquetaires

Klarer Fall von Bestechung: Wenn dem Rezensenten nicht nur einfach eine Promo-CD inklusive Beiblättchen zukommt, sondern einen eigens dazu passenden Comic dazulegt wird,der ganz charmant die Geschchte der zu rezensierenden Band erzählt, fällt es schwer, das ganze Projekt scheiße zu finden. Aber abgesehen von dem wirklich hübschen Package zum zweiten Inspector Cluzo-Album, kann natürlich auch die Musik einiges. Schon stimmig, diese ganze Mischung aus Rock und Funk. Nehme wir mal die beiden Typen, die hinter der Band stecken. Keine Ahnung, ob die irgendwie einen Punkbackground haben, aber zumindest haben sie die ganze Philosophie des D.I.Y. vollends aufgesogen, denn bei THE INSPECTOR CLUZO läuft alles über die Band. Natürlich die Musik, dann das Konzept der 2-Mann-Combo, die kackfrech und ziemlich tight diese Rock-Funk-Melange zusammenmischt und die ganze Promo-Sache noch dazu. Passion, Hingabe, Herzblut galore, nenn es wie du willst, es ist alles drin.
und wo wir gerade so nett über Comics plauderten: Man könnte auch schnell gewisse Parallelen zu Asterix und Obelix, oder eben auch den titelgebenden tapferen Musketieren ziehen.
Ich meine, was haben wir hier? Zwei Kumpels aus einer idyllischen Region Frankreichs (ok, Gascogne, nicht Gallien) mit einem ziemlich unbändigen, aber nicht unsympathischen Regionalstolz, der sich gern auch mal der ureigenen okzitanischen Sprache bedient. Die beiden ziehen mit Gitarre und Drums gegen die erdrückende und einfallslose Übermacht der Musikindustrie zu Felde und ebenso gegen die immer gleich klingenden schluffig-scheiteltragenden Indie-Bands, die dank der weltweiten Zugänglichkeit jeglicher Musik auch überall gleich klingen, egal ob sie aus England, Norwegen oder Deutschannd kommen. Und das, werte Jury tun die Herren Jourdain und Lacrouts nicht nur mit der nimmer endenden Kraft des Do-It-Yourself, sondern auch der Energie guter einfacher Rockmusik und dem was James Brown, Curtis Mayfield (dessen "Move on up" denn auch gecovert wird) in Soul und Funk zu ganz heißem Scheiß anrührttenn. Nimmt diese Hauptzutaten des Inspector-Cluzo-Kosmos mal zusammen, klingt es in vielen Situationen ein wenig nach Danko Jones, vielleicht mit etwas mehr Hardrock drin, aber insgesmat mit den knackigen Riffs und funky Bläsersätzen, die einen schon richtig neugierig machen, auf das, was der Insector so live anstellen kann. Manchmal mag der Sound etwas zu glatt sein, aber andererseits ist das ja eine ROCKBAND und kein Garage-Punkprojekt, von daher liegen die Zielsetzungen wohl etwas anders. Wer allerdings davon ab noch so schicke Songtitel wie "Why a vulgar french band cannot play shitty english pop music?" an den Tag legt, kann live wie auch auf Platte nicht zu den Bösen gehören. Und von daher passt die Referenz auf die beiden tapferen, renitenten Galliern dann umso besser. Hoffentlich haben sie auf Tour genug Zaubertrank dabei. (G)(http://www.fuckthebassplayer.com)

Freitag, 23. März 2012

Ein Abend mit Michael, Jakob und Tamer - Taqwacore im Roten Salon

AUf dem Weg zurück nach Kreuzberg frage ich mich, ob das alles so richtig war. Klar, was zu meckern findet man immer, aber als ich die Lesung von Michel Muhammand Knight und die dazugehörige Vorstellung der deutschen Ausgabe von Taqwacore nochmal durch meinen Kopf gehen lasse, verfestigt sich die Meinung, dass das besser hätte laufen können. An einem anderen, geeigneteren Ort. Ich meine, verdammt, wir sind in Berlin und da sollte es nicht möglich sein, eine Lesung eines der interessantesten Bücher der letzten Zeit, dass ich mit Punk beschäftigt, im angemessenen Rahmen hin zu kriegen? Aber von Anfang an.
Taqwacore. Man könnte meinen, all den Sub-Genres von Punk und Hardcore wäre so langsam nichts mehr hinzuzufügen, gibt ja mittlerweile alles mögliche mit allen möglichen weltanschaulichen und musikalischen Hintergründen: Krishnacore hier, Christenpunks, die so provokant sind wie eine Tasse Melissentee im Raumk der STille auf dem Kirchentag, da. Jüdische Skinheadbands wie Jewdriver die einen endlich mal herzhaft lachen lassen und dann wäre da noch der ganze Kram wie Death-, Jazz-, Post-, Mathcore, Street-, Garage-, 60ies-, 70s-, 80s-, 90s, Zeitmaschinen-Punk, der ganze Schubladen-Mist für etwas, das nur auf drei Akkorden aufbaut, aber sich dann doch in allen möglichen Codes neu erfindet.
Und jetzt wird also mit Muslim-Punk der nächste Hype durchs Dorf gejagt. Vielleicht bin ich deshalb umso erstaunter und interessierter an dieser Samstagabend-Veranstaltung, weil diese Kombi 1.) bei mir sensationsgeilem Bock doch mal wieder echtes Interesse geweckt hat und 2.) weil es wirklich so aussieht, als wäre ein Buch, ein bestimmtes Buch die Inspiration für gar nicht wenige junge Muslime gewesen, selber Bands zu gründen, sich selber Taqwacore zu nennen, selber eine eigene Szene zu gründen, selber die Wut rauszubrüllen und zu versuchen, die widerborstige Punkattitüde mit ihrem - nicht gänzlich in Frage gestellten - Glauben zu verbinden. Da kann man noch mal am recht aktuellen Beispiel nachvollziehen,wie sich die frühen Punkszenen geformnt haben.
Michael Muhammad Knight hat "The Taqwacores" 2004 veröffentlicht, es ist ein Roman um eine Truppe von 4-5 muslimischen Punks/Hardcorelern, die sich - eben - The Taqwacores nennen. Taqwacore ist übrigens ein Kofferwort, dass sich aus dem arabischen Wort "Taqwa" (was ungefähr mit Frömmigkeit oder Gläubigkeit übersezt werden kann) und - welche Überraschung - Hardcore.
Es geht in Knights erster fiktiven Veröffentlichung also um Punk und Islam. Oder um junge Muslime, die auch Bock auf Punk haben. Geht das denn überhaupt?
Was für einen Effekt sein Buch auf junge Muslime in den USA haben würde, hätte sich Michael M. Knight wohl nie gedacht. Aber ob bewusst oder nicht, er hat damit wohl genau den richtige Nerv getroffen, genau die richtigen Worte gefunden um das auszudrücken, was einer Menge Muslimen, die sich mit islamischen Glaubensregeln und der westlichen Kultur, in der sie ja nunmal leben, selber finden müssen. Und eben dieser Michael Knight war an diesem Samstagabend zur Präsentation der deutschen Erstausgabe der Taqwacores (nur knapp 8 Jahre nach der englischen Ausgabe, Respekt!) am letzten Tag seiner drei-tägigen Lesetour durch Deutschland (vorher waren Leipzig und Köln an der Reihe) zu Gast in Berlin. Im Roten Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Mit dem Herausgeber der Wochenzeitung "der freitag", Jakob Augstein als Moderator und Tamer Yigit, Schauspieler und wohl auch Sänger diverser türkischer Metalbands, als Leser der deutschen Übersetzung. Ganz schön großer Zirkus für das erste deutschsprachige Buch eines amerikanischen Autors, das sich eigentlich mit einem sehr kleinen Sub-Genre einer Subkultur beschäftigt. Aber es geht natürlich auch um den Islam und wie das denn so gehen kann mit Rebellion und Glauben und all dem, Grund genug also für diverse Feuilleton- und Spexleser, angehende Geisteswissenschaftler, aber auch zahlreiche junge Muslime/Muslima mal im Roten Salon vorbeizuschauen. Und für mich auch, obwohl ich die Sache mit Augstein und dem türkischen Deathmetalkollegen gar nichts wusste. Macht aber auch nix, die beiden kannte ich bis zu dem Abend auch gar nicht. Verpasst habe ich aber damit auch nicht wirklich was.
Diese drei sitzen also gemeinsam auf der Bühne im Roten Salon: Knight links, Augstein in der Mitte und rechts daneben mit Jogginghose, Böhse-Onkelz-Shirt und Metalkutte, Tamer Yigit.
Michael M. Knight könnte gegensätzlicher nicht aussehen, denn im grauen Anzug sieht er sieht jedenfalls eher wie ein etwas verkopfter Geisteswissenschaftler aus, aus als jemand der knietief im Punkunderground unterwegs ist. Trotzdem nicht unsympathisch, was sich im Laufe des Abends immer mehr bestätigt. Er liest flüssig ein paar Passagen aus seinem Buch, kann auf Fragen und Diskussionsbeiträge souverän und unterhaltsam antworten. Ich muss sagen, dass das, was er erzählt, mir ganz gut gefällt. Ich werde jetzt nciht automatisch zum Islam konvertieren, kann aber zumidnest besser verstehen, wie Punk und Ilsam zusammengehen können. Und Mr. Knight its nun mal ziemlich smart. Aber ist das vielleicht eine typisch amerikanische Eigenart, sich einfach gut und gewählt ausdrücken zu können? Es ist jedenfalsl sehr schnell klar, dass die Sympathien der Anwesenden ganz klar bei Mr. Knight liegen. Und die anderen beiden? Vielleicht hätten die Organisatoren mal bei der Vorbereitung dieses Abends, als sie den passenden Gastgeber für diese Veranstaltung gesucht haben, mal einen Blick in die Gelben Seiten werfen sollen - Dann hätten sie wohl jemanden gefunden, der sich damit auskennt.
Jakob Augstein macht jedenfalls vom ersten Moment an den Eindruck, als gäbe es kein Thema für ihn, was weiter weg sein könnte als Muslim-Punk. Schwer vorzustellen, dass dieser extrem intellektuell wirkende Publizist überhaupt irgendwann mal auf einem Punk- oder Rock-konzert unterwegs war, ganz schwer sogar. Da hätte sich als Moderator bestimmt jemand gefunden, der sich mit der Materie etwas besser auskennt, aber vielleicht musste es der Freitags-Zeitungsmann einfach sein, weil seine Wochenzeitung zufällig der Medienpartner bei dieser Veranstaltung war(und sein Werbematerial recht aufällig im Raum verteilt hat). Warum setzt man also einen Typen dahin, der offensichtlich nicht wirklich Interesse an dem Buch und dessen Inhalt zeigt? Es war so ein bißchen eine Darstellung des abgeklärten Publizisten, der etwas von oben herab (eventuell vom Balkon seines Elfenbeinturmes?), dazu leicht ermüdet und verständnislos auf etwas schaut, was total außerhalb seines Weintrinker-Zeitungsmacher-Hochkultur-Kosmos stattfindet.
Vielleicht war auch das den Veranstaltern nicht ganz entgangen und möglicherweise wollte man dazu als Gegengewicht einen echten subkulturellen Verteter ins Bild stellen. Einen echten Rocker, möglichst mit türkischem Hintergund, am besten sogar aus Kreuzberg, das wäre ja sowas von authentisch, kredibel und so bodenständig, dass man's kaum aushält. Suchen wir uns doch einen echten Berlintürken, der eben nicht nur den ganzen Tag HipHop hört, mag man sich da von Seiten des Verlags gedacht haben. Und wen nehmen wir da, als migrantischen Alibivertreter der harten Berliner Rockmusikszene? Na, den Tamer, da ist doch so ein echt authentischer Typ. Ist ja Schauspieler. Singt in zwanzig Metalbands. Ganz verrückter Hund, der Tamer, den nehmen wir. Der liest bestimmt gern. Zumindest das stimmt, Yigit mag sehr authentisch als Berliner Strassenrocker rüberkommen (oder so wie man sich das als "freitag"-LeserIn vorstellt) er ist allerdings an diesem Abend eines nicht: gut vorbereitet.
Kämpft sich durch sein Skript und weiß oft gar nicht, wo der Text auf dem einen Zettel anfängt und auf dem anderen aufhört. Die gewisse Hilflosigkeit, aus die ihm Papa Augstein dann gutväterlich immer wieder raushilft, sorgt erstmal für Gelächter im Saal, lässt den Guten aber schnell in die Rolle des etwas blöden Metal-Prolls rutschen, der sich da irgendwie ins Gespräch zwischen den beiden intelektuellen Schwergewichte verirrt hat. Und das zieht sich nicht nur über die Lesung, sondern auch durch die anschließende Diskussion. Augstein braucht ewig, bis er, trotz immer lauter werdender Forderungen, das Publikum mit ins Gespräch einbezieht. Er will seinen Fragenkatalog (den es trotz augenscheinlichen Desinteresses gibt, hier stimmt die Vorbereitung) unbedingt durchziehen, knickt dann aber ein und dank einiger wirklich engagierter junger Frauen entwickelt sich dann doch eine lebhafte Diskussion, über Punk, über die verschiedenen Spielarten des Islam samt seinen Vorschriften und wie sie im westlichen Alltag praktizierbar sind. Eine Diskussion, die ihren Höhepunkt in der Frage erreicht, inwieweit die westlichen Staaten wirklich die Trennung von Kirche und Staat vollzogen haben, die sie für sich immer propagieren. Da wird dann auch auf einmal das Interesse des bisher recht teilnahmlos wirkenden Augstein geweckt, endlich froh, einen Streitpunkt mit Michael Knight gefunden zu haben. Für Tamer Yigit scheint das alles etwas zu hoch zu sein, in bestem Straßenköterdeutsch gibt er ab und an ein Statement zum Besten, das vielleicht irgendwas mit dem Buch und der Idee des Muslim-Punk (von der Tamer ganz gemäß dem guten, alten "No gods, no masters"-Mottos folgend, sehr wenig hält), aber wenig mit dem augenblicklichen Thema der Debatte zu tun hat. Und dann, als wirklich ein gewisser "now we can talk"-Punkt erreicht zu sein scheint, der Punkt, an dem wirklich lebhaft ein Gespräch zwischen denen auf und denen vor der Bühen stattfindet, wird - recht überraschend für alle Anwesenden - die Veranstaltung einfach beendet. Abgebrochen. Aus. Ende. Seltsam.
Moderatnix Augstein bekommt aus der Tiefe des Raumes das Zeichen für das zeitliche Ende der Veranstaltung. Michael M. Knight und Yigit posieren noch standesgemäß für ein paar Fotos, Bücher werden signiert und das war's dann. Komisches Ende, denke ich, als ich zehn Minuten später zum Alex laufe. Warum, frage ich mich, waren eigentlich so wenig Punks da? Egal ob Muslim, Atheist oder Mitglied in der Sekte des allswissenden SPaghettimonsters, DAS hier hätte an einem anderen Ort in derselben Stadt bestimmt ein größeres und interessierteres Publikum gezogen. Und damit meine ich nicht, dass Kreuzberg automatisch der bessere Stadteil für die Taqwacore-Lesung gewesen wäre. Oder lag's an der Location? An der etwas unglücklichen Auwahl der Beteiligten? Und wie war das eigentlich in Köln und Leipzig? We'll never know...

Mittwoch, 15. Februar 2012

Geweiht, nicht gehörnt - Antlered Man - Giftes 1 and 2


So kann man sich täuschen: CD liegt im Postfach, im Fanzine-Release-Trubel werfe ich einen Blick aufs Cover und sehe was von Antlered und denke: Hat vielleicht was mit Ameisen zu tun, der Titel. Eine kurze Recherche ergibt allerdings das totale Gegenteil. Denn die stolzen Helden des Waldes, die Hirsche sind Antlered, also mit Geweih beschmückt, quasi "geweiht". Weihevoll gehts bei dem hier zu rezensierenden Quartett aber eher nicht zu, man hüpft eher ziemlich energisch mit fettem Sound durchs Gebälk. Nois-o-lution-Bands sind ja oft dafür bekannt, dass sie auf dem weiten Feld von Alternative- und Noise-Rock die recht spannenden Ecken abdecken und wenn man sich das so anschaut, passen A.M. perfekt auf dieses Label. Fast merkt man dabei gar nicht, dass sie aus London stammen, denn nur weil diese vier aus Großbritannien kommen, heißt das nicht, dass sie lahmen Brit-Pop machen. Nix also mit Verweisen auf Oasis, Verve oder ähnlichen Figuren, Antlered Man frickeln sich lieber durch den Wald aus Noise, seltsamen Songstrukturen und abgehackten Beats. Brüche im Durchlauf sind dabei vorprogrammiert und wohl auch gewollt. Das führt natürlich zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit beim Hören, denn es blitzt einiges an Assoziationen auf: fette Nu-Metal-Riffs bidlen den fruchtbaren erdig-dampfenden Grundstock, wird von dem melodischen Parts unterstützt, den ein oder anderen Klaps mit der Noise-Peitsche gibts auch und irgendwann muss man sogar damit rechnen,dass noch da draussen im Soundwald ein wunderbar optimistisches Pfeifen den Anfangg für einen weiteren wunderbaren Song bildet. Also: Ideen ohne Ende werden hier auf ein Album gepresst und das können nicht wenige. Im letzte Jahr waren die Geweihmenschen mit KELLERMENSCH und ANDSOIWATCHYPOUFROMAFAR auf Tour, beides Bands, die zumindest dem eingeweihten Rockmusikhörer ein Begriff sein dürften. Wenn aber jemand mal zufällig dem Serj Tankian von SYSTEM Of A DOWN diese Platte unter die Geburtstagsgeschenke schieben würde, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass der sich dieses Plättchen auch öfters mal anhört. SOAD wären sowieso eine gute Referenz für Antlered Man, auch wenn die halt noch nicht erreicht, aber zumindest in Sichtweite sind. Vom Ideenreichtum her passt es allemal und wenn das erst die Geschenke 1 bis 2 sind, dann kann man wohl damit rechnen, dass im Wald der gehörnten Kerle noch einiges an Kraftstoff im Unterholz schlummert. (J)

Mittwoch, 8. Februar 2012

RENFIELD-FANZINE No. 24 OUT NOW!!!

Hey folks!
First of all I have to say THANKS TO really EVERYBODY who has been at the Trickster last saturday. It was an amazing evening, lots of people, great bands, and a good atmosphere. Really, although I was quite busy, I think this was some kind of event I always imagined for a Renfield-Party. So I hope next time, when we will celebrate the 25th issue of Renfield-Zine, it will work out in a similar way.

And now I 'd like to recommend you warmly our lates piece of Hotch&Potch&Rock'n'Roll!
Renfield-No 24 got 60 pages, each one packed with so much love and passion that Romsamunde Pilcher could write 10 more books of it.
And of course we have lots of interesting stuff in it:
Interviews with
- UFOMAMMUT (Italys leading space-drone-doom-psychedelic-Mutants,great visuals, great Songs and whistling ears after every gig is guaranteed!)

- KATKA KULLMANN (not only a smart and cute lady, but also the author of the bestseller "Echtleben" which mirrors perfectly the dilemma of living and working creatives and freelancers living in germany 2012)

- BOB WAYNE (Ah, you are a punk that has been infected by country since Johnny's "American Recording Pt.I-V"? Then you'll love this guy and would like to move into his trailer a.s.a.p.)

- TRIKE (highly entertaining Duo that I first saw busking with keyboard, violin and tapdancing at the Metro U8. So who could tell better about the highlights and failures of busking than these two canadians?)

- DAS VIERBLÄTTRIGE KLOBLATT (the editors of this toilet zine are from Vienna and I am still impressed by the way they do their, ahem, shit. And am a bit jealous of the 5000-piece editon they do all the time. We want cultural sponsoring, too!!)

- THE MONSTERS (these swiss garage legend talks about te first songs in their life)

Beside of that we got lots of columns (by Gabriel S. Moses, Bianca Stücker, Philipp Nussbaum, Johannes Witek, a Manga about Hong Kong-based indieband KOLOR (by Arashi Ran), two reports about the Fanzine-Conventions in Leipzig and Berlin and
lots of reviews of zines and records.

Did I forgot anything?
YES, I DID! For the first time in RENFIELD-history we have a full-coloured cover, which you can see not only on this blog, but also hold it in your very own hands when you order a piece of our fanzine.
So if you are interested, order your pice of highly limited RENFIELD-Fanzine via
renfield-fanzine@hotmail.de

Cheers,
Gary Flanell

Sonntag, 15. Januar 2012

NEXT RENFIELD-Fest coming soon!


Yeah, finally we got everything together: We got a bunch of bands, we got a suitable date, a very nice location and of course we got a reason to celebrate:
THE 24TH ISSUE OF RENFIELD-FANZINE WILL BE OUT SOON!!!
So check these news:

Renfield No.24 Release-Party
When? 04.02.2012, 9 o'clock, p.m.
At? TRICKSTER, Oberbaumstr. 11, Kreuzberg
Who?
- 100000 Tonnen Kruppstahl (great grindcore from Berlin, 100000tonnenkruppstahl.de)
- NEONBONE (finest Pop-Punk from Münster/Westfalia in the way of RAMONES or M.O.T.O.
with brand new EP,www.lastfm.de/music/Neon+Bone)
- JARS (high-energy, versatile HC from Moscow,www.soundcloud.com/fuck-the-jars)
DJ-Team: Niki Matita & DJ Neatstep play their finest 7inches

See you there (and not at the SCREAM-Gig :O)

Mittwoch, 4. Januar 2012

Rauchhaus-Benefiz - UPDATE!

So! Langsam lichtet sich der Nebel , ähm oder der Rauch, ach vergesst diese blöde Einleitung einfach...
Wir erinnern uns: Am Rauchhaus hat's gebrannt und deshalb gibt es am 11.01. eine fette BENEFIZ-GALA im SO 36 und hier das wirklich exquisite Line-Up:

ROCKSHOE
FRAU MANSMANN
VAL SINESTRA
THE BOTTROPS
TWITCHBLADES
THE BRUNETTEZ
CUT MY SKIN
A PONY NAMED OLGA
KUMPELBASIS
JINGO DE LUNCH

DJ-Set mit:
Gary Flanell
DC Reverend von der East India Fading Company und
Johnny B. Late

Montag, 2. Januar 2012

Rauchhaus-Benefiz


Für die, die es noch nicht mitbekommen haben: In der Nacht zum 25.12.2012 wurde im Berliner Georg-von-Rauch-Haus (genau das eine, von Ton Steine Scherben besungene) Feuer gelegt. Durch den Brand wurden mehrer Personen verletzt und mussten mit Verbrennungen, Rauchvergiftungen, Knochenbrüchen ins Krankenhaus gebracht werden. Sowas ist natürlich extrem scheiße, doof und blöd gleichzeitig und deshalb gibt es am 11.01. 2012 ein kurzfristig angesetztes Benefiz-Konzert für das Rauchhaus im SO36.
Mit dabei sind alle unsere Lieblings-Straßenköterbands aus Berlin, so auch DIE BOTTROPS, THE BRUNETTES, FRAU MANNSMANN, VAL SINIESTRA u.a.
Natürlich will die Renfield-Crew auch was tun und deshalb legen Gary Flanell und DC Reverend von der East India Fading Company im Anschluß noch ein feines DJ-Set zum gepflegten Abtanzen hin.

Hier nochmal die Infos in der Brühwürfel-Fassung:
Rauchhaus-Benefiz-Konzert
im SO36, Oranienstraße, Kreuzberg
11.01.2012, ab 19.Uhr
Eintritt: 5 Euro
mit: DIE BOTTROPS, THE BRUNETTES, FRAU MANNSMANN, VAL SINIESTRA u.a.
DJs: Gary Flanell (Renfield-Zine) & DC Reverend (East India Fading Company)


Mehr Infos zu dem Brand findet ihr unter:
http://de.indymedia.org/2011/12/322386.shtml

Montag, 24. Oktober 2011

...but a nice cover


Es gibt eine Menge Platten, von denen man schnell sagen kann: Irgendwie kickt das nicht so richtig. Platten die weder abgrundtief schlecht noch superwahnsinnnig toll sind. Das sind genaugenommen wahrscheinlich 90% aller je erschienenen Platten. 5 Prozent würde man jederzeit gegen die eigene Großfamilie eintauschen und die anderen 5%, nunja, kann man gut als Brechmittel oder zur Lösung einer fiesen Obstipation einsetzen. Die sind so schlecht, dass einem beim Hören die Scheiße durch den Darm rutscht. Für die etwas grobe Ausdrucksweise möchte ich mich sofort entschuldigen, aber fiese Platten brauchen auch drastische Begrifflichkeiten. Und dann gibt es noch Platten wie die "Love Songs & Battle Hymns" eines Trios namens Muffalo. Die sind ungefähr so, wie die Leute im Klassenraum, die inder dritten Reihe von vorn, zweiter Platz von links sitzen und sich selten gemeldet haben. Man könntre sie Hinterbänkler nennen, wenn sie dafür nicht zu weit vorn gesssen hätten. Diese Leute waren immer eher ruhig, trotzdem nett, keine Riesenarschlöcher, aber auch niemand, mit denen man siene erste Zigarette auf dem Klo geteilt hätte. Sie waren einfach da. Und erst in der Distanz duch ihre stinknormale Unauffälligkeit wieder inteerssant. Ähnliche Eindrücke vermitteln Muffalo, die irgednwo aus den USA kommen und sich latent im Kyuuss-Umfled formiert haben. Mein erster Gedanke beim Hören der "Love Hymns and Battlesongs" war: Wieso nimmt man so eine Platte auf? Eine Gitarrenrockplatte mit einem leichten QUOTSA-Touch, aber ohne total in die dumpfe basslastige Sound-Wüste zu kippen. Die Songs sind gut gespielt, aber nie überragend, es findet sich nicht so recht der Aufschrei, der Hit, bei dem man sagen könnte, nur deshalb ist das hier eien Kaufempfehlung wert.
Gut, dachte ich, vielleicht habe ich sie nur noch nicht oft genug gehört. Also dann noch 5mal durchlaufen lassen. Ich muss kapitulieren. Es bleibt nichts hängen. Gitarrenlastige Rockmusik. Schnörkellos, gut gemacht, aber auch etwas graumäusig. Wenn man ein Album veröffentlicht, rechnet man vielleicht damit, dass es zumindest eine kleine Schar gibt, die die Songs hemmungslos abfeiert, selbst das kann ich mir bei Muffalo schwer vorstellen. Das Album läuft durch, als wäre alles mit angezogener Handbremse gespielt worden und die Herren Trautman, Myers und Gunderson
nicht so explodieren wollen, wie es bei einem Rockalbum sein muss, das Aufsehen erregen soll - und seien wir ehrlich - das ist doch das Ziel jeder Gitarrenrockplatte: Aufmerksamkeit erregen, egal ob durch laut oder leise, schnell oder langsam, extrem tricky oder total stumpf - es muss nur zumindest teilweise den Hörer aus seinem dumpfen Aufmerksamkeitsdefizit reissen - oder wie der Fachman sagt: es muss rocken, ansonsten kann man's gleich lassen. Was ziemlich gut mein Problem mit dem Durchschnitts-noch-nicht-mal-luschige-Kiffermucke von Muffalo beschreibt. Es fehlt einfach der Kick und ich frage mich immer noch: Warum so eine Platte rausbringen? Vielleicht brauche ich einfach 10 Jahre Distanz, um das hherauszufinden (Q) (Buttamilk Rec.)

Montag, 10. Oktober 2011

Dawning of a New Fanzine!

Ladies and gentlemen,


before the world will totally change in 2012, there is still time to do some needful things in life, for example to announce the birth of another great piece of DIY-magazine.
The very first issue of the mighty GOSSENDELPHIN-Zine is about to be released on friday the 14th of October. Somehow involved into this great piece of music, I contributed the first Cemetary-story in a long row which will hopefully be continued.
Beside of this you will find also tons of amazing interviews, reviews and shortstories in this premier edition of Gossendelphin (which means "gutter dolphin", by the way).
Of course this is a really good reason for a party and so we celebrate it next friday at the Trickster in Kreuzberg with a hell of sex, alcohol and entertainment.
Let's have a look what will be the reason for the eartquake at Oberbaumstraße 11 next friday.
You will see - We have everything.
Two amazing livebands:
1. NEON BONE AND THE GUTTERDOLPHINS play RamonesPopPunk at it´s best
2. ITALIEN (yeah, that's the name of the band, believe me) - the unsigned heroes of the southern Kreuzberg-Kiez
Intelectual nutrition in a sufficinet amount:
3. GOSSENDELPHIN - THE LECTURE with the famous members of the Gossendelphin-Crew like Don Chrischan, Der fette Mann and Gary Flanell

And last but not at all fucking least -
amazing awesome entertaining show with special fireworks performance, a REAL CHIMPANZEE and a great Rock'n'Roll-Rampage-DJ-Set with Rudi Radau.

So do not hesitate and come to
Trickster at Oberbaumstr. 11 in kreuzber next friday
Start: 9 p.m.
Entry: 3 Euro (incl. 1 piece of Gossendelphin-Fanzine)


This will be our generations's Woodstock!
If you miss this, you will regret it for your whole life (which will end 2012, as we all know).

Sonntag, 2. Oktober 2011

Graphic novel presentation: Subz-funny place Israel

Dear folks,
just would like to recommend you the presentaton of the graphic novel "Subz..." of israeli comic artist Gabriel S. Moses.
Funny place Israel - of course we know the boring life of teenagers and young people in american and european sububrs. Growing up somewhere in middle-class-boredom far away from the big cities. Ttotally safe in a material way, but still filled up with teenage angst, enegry and the will to break out of a predictable way of life. Not really conscious about your future. And the only way to escape and to express your uncomfortable feelings is to make parties with your friends, take drugs, form a band, scream all the shit out till every curious neighbour knows you and your strange friends. It seems to be the same everywhere. Does not matter if you are in in the middle of the US or in a small town in North-rhine westfalia, black forest or Thuringia - but Israel?
Even in one of the hot spots of the world you have the problems of middleclass kids in a similar way. Kids in the suburbs of Tel Aviv, not far away from the frontier to palestine, but still safe in a pretty unreal world - and no way to escape.
That's the setting of the graphic novel "Subz-...funny place Israel", which is the second release of Gabriel S. Moses at Archiv der Jugendkulturen. Similar to hhis first book "Spunk", this one got lots of autobiographic references to Gabriels Youth in the small town near to Tel Aviv.

So, you want to know more about growing up in Israel?
Then you better not miss the presentation of Subz with a movie and discussion with the author next friday.

"Subz-...funny place Israel" - presentation of the graphic novel of Gabriel S. Moses.
when? 07th of October, 9 o'clock p.m.
where? Spuntik-Cinema,
Hasenheide 54,
Höfe am Südstern,
10999 Berlin
(U7, Ubhf. Südstern)
FREE ENTRY!!!

Sonntag, 18. September 2011

Finnisches Geradeaus

Wasted - Outsider by choice


Samstag nacht. Steh ich mit einer jungen Frau vor einer Haustür. Ihrer Haustür. Beide betrunken. Fragt sie so: "Und was machen wir jetzt?" Schau ich die Straße runter und sage: "Ich geh gerade aus.", setze den ersten Fuß vor den nächsten und lasse die junge Frau vor ihrer Haustür und einfach stehen. Vielleicht hat sich Johnny Cash in solchen verlockenden Situationen auch öfter mal gesagt- "Scheiß drauf, ich geh jetzt." Geradeaus. I walk the line. Und damit nicht nur einen Hymne für die Ewigkeit geschaffen, sondern auch einer finnischen Punkband zum Namen verholfen, in die ich fast beim ersten Hören verliebt war. Was eventuell an der ganz bezaubernden und so eher selten gehörten Mische aus finnischer Melancholie, Wipers-Punk und einer ganz wunderbar eingesetzten Orgel lag. Ok, die Orgelspielerin war auch hübsch und auch ein Grund sich IWTL öfter mal live anzuschauen. Das letzte Lebenszeichen kam in Form einer Tour im letzten Jahr und wenn ich die Vögelchen richtig habe zwitschern hören, war es das fürs erste. Vielleicht war man einfach verbraucht und das führt mich schnurstracks (was das wohl auf Finnisch heißt?) zu WASTED, denn die Band um IWTL-Sänger Ville und seinen Bruder Antti gab es schon vor den Geradeaus-Läufern, könnten aber dem größeren Publikum bisher wohl verborgen geblieben sein- warum eigentlich? Denn natürlich geht es hier ähnlich zur Sache, aber um einiges rauer, schneller, härter. Weniger Depression, mehr Kampf. Trotzdem kein Prollo-Hardcore, sondern eher auf einer Linie von alten Helden wie Agent Orange, aber mit einem so wunderbaren nordischen Einschlag, wie man ihn nur in Proberäumen hinkriegt, die die Hälfte des Jahres im Dunkeln liegen. Gerade deshalb gut und erfrischend, weil es wunderbar zu hören ist, dass Ville nicht nur düster, sondern auch rotzig kann. Hyvä hyvä. (G) (Combat Rock Industry, www.myspace.com/wastedfinland)

Donnerstag, 1. September 2011

Bite it U scum - a tribute to G.G. Allin


What happened on August the 29th in the year 1956? Don't know? Come on, it's not that difficult. On this sunny day at the end of summer 1956, in the middle of the cold war, a star was born. And guess what? I bet, you know which star I am talking about. Of course, I think there are many people who'd like to discuss if G.G. ALiin was a rockstar or just an asshole.
I think he was not that kind of star like let's say Michael Jackson, Rihanna or Patrick Swayze, but if we talk here about Patrick Swayze, we have to say that G.G. REALLY was the one who invented the real DIRTY DANCING literally on stage.
Maybe G.G. was really a psycho, maybe his appearance was just the result of an overdosed religious education in a so-called western civilization or maybe he was just a narciss that tried to get attention in the most extreme way - there are many people that have been really impressed by what he did in all his consequences. Me, too.
I don't tell you groundbreaking news, if I say that G.G. was a big influence for doing the RENFIELD-Fanzine and getting into punkrock - I even remember that we covered "Don't talk to me" with one of my first bands.
And as G.G. would have celebrated his 55th birthday this year, it is a real reason to pay a tribute to one of the most respectable guys in Rock'n'Roll-History with music, Film, drinking and a G.G.-Allin-Look-a-like-contest (but PLEASE dear candidates: please do not puke or shit or whatever into the cinema!).

Bute it U scum - a tribute to G.G. Allin:
03.09.2011
@ Sputnik-Cinema,
Hasenheide 54, Höfe am Südstern (U7, Ubhf. Südstern)
10997 Berlin
www.sputnik-kino.com